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Kritische Blicke auf die SWMH

Kultureller Streik in Stuttgart

sverdimh, · Kategorien: Tarifrunde


Drei Tage vor der neuen Verhandlungsrunde am 9. April in Frankfurt am Main gingen in Baden-Württemberg die Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten wieder auf die Straße. Ab 11 Uhr gab es auf dem Stuttgarter Schlossplatz am heutigen Freitag, 6. April, ein Kulturprogramm. Auch in Lübeck, Kiel und Segeberg gingen die Kolleg_innen in den Warnstreik.

In Stuttgarter spielten Toba Borke & Pheel (Rap/Beatbox) und die Band My Coopers Tape.  Redner waren Martin Kunzmann (DGB), Guido Lorenz (Betriebsseelsorger) und Uwe Hück (Porsche-Betriebsrat). Außerdem las Christoph Holbein Texte von Brecht, Tucholsky und anderen.

Am Wochenende wird der Streik fortgesetzt. Montag trifft man sich Stuttgarter Gewerkschaftshaus zur großen landesweiten Streikversammlung.

„Faules Ei“ im „Osternest“: Druckarbeitgeber kündigen Manteltarifvertrag

sverdimh, · Kategorien: Allgemein

 

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Kündigung des Manteltarifvertrages für die 134.000 Beschäftigten in der Druckindustrie durch die Arbeitgeber. „Die Kündigung des Manteltarifvertrages und die damit verbundenen Forderungen der Arbeitgeber geben zu den dringenden Fragen und Problemen in der Druckindustrie wie die Zunahme der Arbeitsbelastungen keine Antworten“, sagte Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender und Verhandlungsführer in der anstehenden Manteltarifrunde.

Nötig seien eine höhere Attraktivität der Druckindustrie für junge Beschäftigte, eine Entlastung für Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter und eine auskömmliche Altersvorsorge, so Werneke weiter. „Beschäftigungsabbau stoppt man nicht mit Arbeitszeitverlängerung und geringerer Maschinenbesetzung. Tarifflucht löst man nicht mit der Kündigung, sondern mit einer Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Die Attraktivität der Arbeitsplätze wird nicht durch Lohnkürzungen erhöht, sondern mit einer besseren Bezahlung.“

Im Vorfeld der laufenden Tarifrunde in der Druckindustrie hat der Bundesverband Druck und Medien den Manteltarifvertrag zum 30. September 2018 gekündigt. Der Arbeitgeberverband fordert unter anderem eine massive Kürzung der Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit, eine Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden pro Woche, eine Reduzierung der Maschinenbesetzung und die Streichung des Facharbeiterschutzes, die Abschaffung der Erschwerniszulage für die Produktion von Zeitungen und Zeitschriften an Sonn- und Feiertagen sowie Kürzungen des Urlaubsgeldes und der Jahresleistung.

Der Bundesverband Druck und Medien kündigte den Manteltarifvertrag, nachdem ver.di in mehreren Gesprächsrunden Vorschläge zu Reformierungen im Manteltarifvertrag unterbreitet hatte. Ziel der ver.di-Vorschläge war unter anderem, die Beschäftigung in der Druckindustrie zu sichern und die Erosion der Tarifbindung durch die Allgemeinverbindlichkeitserklärung tariflicher Regelungen zu stoppen.

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Uwe Kreft: „Würden die geplanten Verschlechterungen des bvdm umgesetzt werden, hätte dies erhebliche finanzielle Verluste für die Beschäftigten in der Druckindustrie zur Folge: Zeitungsdrucker müssten auf mehr als 600.- Euro brutto monatlich verzichten. Die drohenden Verluste werden die Beschäftigten sicherlich nicht kampflos hinnehmen. Ein „heißer Herbst“ steht also bevor. Vielleicht ergeben sich schon früher, beispielsweise in der Gehaltstarifrunde der Redakteure an Tageszeitung erste Möglichkeiten, durch Solidaritätsstreiks Gegenwehr zu üben. Besonders effektiv wären gemeinsame Streiks der Redakteurinnen und Redakteure und der Beschäftigten der Druckindustrie dann, wenn Großereignisse wie z. B. die Fußball-WM 2018 anstehen.“