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Kritische Blicke auf die SWMH

GuG GmbH am Standort Stuttgart wird Ende Oktober geschlossen

sverdimh, · Kategorien: Allgemein

„Es trifft halt immer die ärmsten Teufel.“ „Der kleine Mann kann’s halt ausbaden.“ So oder so ähnlich lauteten die meisten Reaktionen der Beschäftigten im Pressehaus Stuttgart bei der Flugblattaktion von ver.di zur Schließung der Gebäude- und Grundstückservice GmbH (GuG GmbH). Insgesamt 52 Beschäftigte wurden gekündigt und verlieren ihre Arbeit zum 31. Oktober 2018. Zu diesem Datum soll die GuG GmbH am Standort Stuttgart geschlossen werden. Pikanterweise wurden die Kündigungen am 23. Juli 2018 ausgesprochen, genau zwei Tage vor der erstmaligen Betriebsratswahl der GuG GmbH. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?

Das ver.di-Flugblatt kann heruntergeladen werden:

Ungewöhnliches bei der „Eßlinger Zeitung“: Die freien Journalisten fordern mehr Geld!

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Geschäftsführer Andreas Heinkel hat klare Vorstellungen von der lokalen Berichterstattung der „Eßlinger Zeitung“. Darin liegt aus seiner Sicht die Zukunft „seiner“ Tageszeitung. Die Dinge bewerten – aus der Sicht der Reichsstädter. Und sich abgrenzen zu Stuttgart. Diejenigen die dies zu bewerkstelligen haben, sind die Redakteure der „Eßlinger Zeitung“ und die freien Journalisten, die seit Jahr und Tag für „ihr Blatt“ schreiben. Doch zuletzt haben die freien Journalisten keine Zeilen geliefert – ganz im Gegenteil: Sie haben die Aufträge der „Eßlinger Zeitung“ abgelehnt. Dies ist ungewöhnlich. Was war passiert? Die freien Journalisten forderten mehr Geld für die Arbeit die sie liefern. Andreas Heinkel hat diese Forderung in seiner ihm eigenen unnachahmlich charmanten Art eines Vorschlaghammers erst mal abgelehnt. Zu den Vorgängen in Eßlingen hat Kontext Wochenzeitung einen Artikel veröffentlicht, der hier nachzulesen ist.

Update vom 27.7.2018:
Mittlerweile haben Gespräche mit den freien Journalisten stattgefunden. Eine Lösung mit der beide Seiten leben können konnte erzielt werden. Die freien Journalisten schreiben deshalb wieder. Gut für Esslingen, gut für die „Eßlinger Zeitung“. Und Andreas Heinkel wird merken: konstruktiv und lösungsorientiert lohnt doch.

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ZDFZoom berichtet über die Entwicklung am Zeituungsmarkt:
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-zeitungen-in-not-100.html

Wir sind mehr wert!
Letzte Chance für die Zeitungsverleger!

sverdimh, · Kategorien: Allgemein

Am 4. Juni 2018 findet die 6. Verhandlungsrunde für eine Gehaltserhöhung der Redakteurinnen und Redakteuren an Tageszeitungen in Berlin statt. Bekanntlich fordern die Gewerkschaften dju in ver.di und DJV 4,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro mehr für Berufseinsteiger. Das bisher vorliegende Gehaltsangebot des Arbeitsgeberverbandes BDZV liegt unter der vorhergesagten Preissteigerungsrate für 2018 und weit unter den Abschlüssen anderer Branchen, die im Jahr 2018 vereinbart wurden.

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Uwe Kreft: „Am 04. Juni 2018 bietet sich die vermutlich letzte Chance für die Arbeitgeber, einen Gehaltstarifabschluss zu tätigen, der Reallohnsteigerungen bedeutet und die Berichterstattung der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft nicht gefährdet.“

Erste Entscheidungen getroffen: In der Kreiszeitung „Böblinger Bote“ werden Druckerei, Versand und Buchhaltung geschlossen

sverdimh, · Kategorien: Allgemein

Die Kreiszeitung „Böblinger Bote“ wird in Stücke gerissen: Wie Geschäftsführer Bodo Kurz Betriebsrat und Belegschaft am 26. April 2018 mitgeteilt hat, werden in einem ersten Schritt Druckerei und Versand zu Mitte Mai 2018 geschlossen. Die Buchhaltung wird entweder zum 01. August oder zum 01. September 2018 geschlossen. Zum Jahresende 2018 will man sich auch von den festangestellten Fotografen trennen. Insgesamt sind von den 115 Beschäftigten somit ca. 30 Prozent von der Kündigung betroffen. Im Herbst 2018 sollen weitere Entscheidungen für die Bereiche Druckvorstufe, Geschäfts- und Verkaufsstellen, Anzeigeninnendienst und Vertrieb folgen.

Hintergrund für die Schließung der Druckerei und der Versandabteilung sind laut GF Bodo Kurz „rein wirtschaftliche Gründe“. Um die Druckerei weiter betreiben zu können wären erhebliche Investitionen notwendig geworden. Aus Sicht der Geschäftsführung ist die Druckmaschine reif für den Schrotthändler. Die Druckaufträge werden in das Konzernunternehmen Pressehaus Stuttgart Druck GmbH (PHD) verlagert. Ob Beschäftigte mit in die PHD übergehen können, ist derzeit noch unklar. Geschäftsführer Kurz hat jedenfalls zugesagt, dass man versuchen wolle, „Beschäftigte auf offene Stellen zu vermitteln“. Dies gilt auch für die Beschäftigten der Finanzbuchhaltung, deren Arbeit auf das Konzernunternehmen SWMH Service GmbH übergeht. Die Arbeit der zwei festangestellten Fotografen soll an externe Dienstleister fremdvergeben werden. Dies alles sei notwendig, so Geschäftsführer Kurz, „um die Zukunft und den Bestand der Kreiszeitung Böblinger Bote abzusichern“.

Ver.di-Konzernbetreuer Uwe Kreft: „Mit der Schließung der Finanzbuchhaltung konnte man rechnen. Die Schließung der Druckerei und der Versandabteilung kommt überraschend, da hier noch langjährige Mietverträge bestanden haben. In der ersten Welle sind 30 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsplatzverlust betroffen. Sollten im Bereich Druckvorstufe, Geschäfts-/Verkaufsstellen, Anzeigeninnendienst und Vertrieb weitere Schließungen dazukommen, könnten insgesamt bis zu 70 Prozent der Belegschaft vom Arbeitsplatzverlust betroffen sein. Existenzen werden aus Gründen der Profitmaximierung vernichtet.“

Streik in Esslingen

sverdimh, · Kategorien: Tarifrunde


Heute haben hunderte Redakteure an Tageszeitungen in Baden-Württemberg gemeinsam in Esslingen gestreikt. Anlass für den Besuch dort war der 150. Geburtstag der Esslinger Zeitung. Um auf die Anliegen der Redakteuere in der aktuellen Gehaltstarifrunde aufmerkssam zu machen, war es eine entsprechend laute Streikveranstaltung. Im Video gibt es ein paar Eindrücke.

Kultureller Streik in Stuttgart

sverdimh, · Kategorien: Tarifrunde


Drei Tage vor der neuen Verhandlungsrunde am 9. April in Frankfurt am Main gingen in Baden-Württemberg die Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten wieder auf die Straße. Ab 11 Uhr gab es auf dem Stuttgarter Schlossplatz am heutigen Freitag, 6. April, ein Kulturprogramm. Auch in Lübeck, Kiel und Segeberg gingen die Kolleg_innen in den Warnstreik.

In Stuttgarter spielten Toba Borke & Pheel (Rap/Beatbox) und die Band My Coopers Tape.  Redner waren Martin Kunzmann (DGB), Guido Lorenz (Betriebsseelsorger) und Uwe Hück (Porsche-Betriebsrat). Außerdem las Christoph Holbein Texte von Brecht, Tucholsky und anderen.

Am Wochenende wird der Streik fortgesetzt. Montag trifft man sich Stuttgarter Gewerkschaftshaus zur großen landesweiten Streikversammlung.

„Faules Ei“ im „Osternest“: Druckarbeitgeber kündigen Manteltarifvertrag

sverdimh, · Kategorien: Allgemein

 

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Kündigung des Manteltarifvertrages für die 134.000 Beschäftigten in der Druckindustrie durch die Arbeitgeber. „Die Kündigung des Manteltarifvertrages und die damit verbundenen Forderungen der Arbeitgeber geben zu den dringenden Fragen und Problemen in der Druckindustrie wie die Zunahme der Arbeitsbelastungen keine Antworten“, sagte Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender und Verhandlungsführer in der anstehenden Manteltarifrunde.

Nötig seien eine höhere Attraktivität der Druckindustrie für junge Beschäftigte, eine Entlastung für Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter und eine auskömmliche Altersvorsorge, so Werneke weiter. „Beschäftigungsabbau stoppt man nicht mit Arbeitszeitverlängerung und geringerer Maschinenbesetzung. Tarifflucht löst man nicht mit der Kündigung, sondern mit einer Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen. Die Attraktivität der Arbeitsplätze wird nicht durch Lohnkürzungen erhöht, sondern mit einer besseren Bezahlung.“

Im Vorfeld der laufenden Tarifrunde in der Druckindustrie hat der Bundesverband Druck und Medien den Manteltarifvertrag zum 30. September 2018 gekündigt. Der Arbeitgeberverband fordert unter anderem eine massive Kürzung der Zuschläge für Wochenend- und Nachtarbeit, eine Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu 40 Stunden pro Woche, eine Reduzierung der Maschinenbesetzung und die Streichung des Facharbeiterschutzes, die Abschaffung der Erschwerniszulage für die Produktion von Zeitungen und Zeitschriften an Sonn- und Feiertagen sowie Kürzungen des Urlaubsgeldes und der Jahresleistung.

Der Bundesverband Druck und Medien kündigte den Manteltarifvertrag, nachdem ver.di in mehreren Gesprächsrunden Vorschläge zu Reformierungen im Manteltarifvertrag unterbreitet hatte. Ziel der ver.di-Vorschläge war unter anderem, die Beschäftigung in der Druckindustrie zu sichern und die Erosion der Tarifbindung durch die Allgemeinverbindlichkeitserklärung tariflicher Regelungen zu stoppen.

Ver.di-Gewerkschaftssekretär Uwe Kreft: „Würden die geplanten Verschlechterungen des bvdm umgesetzt werden, hätte dies erhebliche finanzielle Verluste für die Beschäftigten in der Druckindustrie zur Folge: Zeitungsdrucker müssten auf mehr als 600.- Euro brutto monatlich verzichten. Die drohenden Verluste werden die Beschäftigten sicherlich nicht kampflos hinnehmen. Ein „heißer Herbst“ steht also bevor. Vielleicht ergeben sich schon früher, beispielsweise in der Gehaltstarifrunde der Redakteure an Tageszeitung erste Möglichkeiten, durch Solidaritätsstreiks Gegenwehr zu üben. Besonders effektiv wären gemeinsame Streiks der Redakteurinnen und Redakteure und der Beschäftigten der Druckindustrie dann, wenn Großereignisse wie z. B. die Fußball-WM 2018 anstehen.“

 

Die Verlegerin – Entscheidung für Journalismus

sverdimh, · Kategorien: Tarifrunde

Nachdem die Arbeitgeberseite bei den Gehaltstarif-Verhandlungen am Montag kein ernstzunehmendes Angebot überhalb eines Reallohnverlustes vorgelegt hatten und sich auf Nebenkriegsschauplätze wie etwa die Gehaltumwandlung für Fahrräder konzentrierten, wurde am Dienstag der Streik der Journalisten an Tageszeitungen fortgesetzt.

Da es keine zentrale Aktion gab, unternahmen die Streikenden der einzelenen Tageszeitungen individuelle Aktionen. So etwa Streikende des Schwarzwälder Boten. Sie nahmen sich ein journalistisches Thema vor, indem sie sich gemeinsam in Schwenningen den Film „Die Verlegerin“ anschauten. Dabei geht es um die Verlegerin Katharine „Kay“ Graham, die sich unter anderem vor der schwierigen Entscheidung gestellt sieht, ob ihre Zeitung, die Washington Post, trotz der juristischen Bedrohung durch die Regierung aus Geheimakten berichten soll. Dabei riskiert sie auch, dass der eben gestartete Börsengang in Gefahr gerät. Also auch die Thematisierung, dass journalistische Entscheidung nicht allein von wirtschaftlichen Erwägungen abhängen sollten.

Verleger haben Angebot nur minimal geändert – Reallohnverlust soll weitere 30 Monate dauern

sverdimh, · Kategorien: Allgemein

Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 13.000 Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. „Offenbar haben die Verleger den Schuss der streikenden Kolleginnen und Kollegen noch nicht gehört: Sie haben ihr vorheriges Angebot nur minimal verändert und wollen den Reallohnverlust für weitere 30 Monate fortsetzen. Und auch wenn es jetzt ein Angebot für eine Mindesterhöhung für Berufseinstiegsgehälter gibt: Das ist insgesamt noch vollkommen ungenügend und provoziert weitere Arbeitsniederlegungen“, konstatierte der Verhandlungsführer der Deutschen Journalistinnen-  und Journalisten-Union (dju) in ver.di, Matthias von Fintel.

Die Verhandlungen in Stuttgart waren von rund 300 Streikenden mit einer Kundgebung begleitet worden.

Nach Streiks in Redaktionen in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern hatte der  Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) eine einmalige Mindesterhöhung von 120 Euro für Berufseinsteiger sowie einer  Erhöhung der Gehälter und Honorare um jeweils 2,6 Prozent zum 1. August 2018 angeboten. „Nach wie vor beharrt der BDZV aber auf seiner Forderung, Stufensprünge in der Gehaltstabelle von konkreten Aufgabenzuweisungen mit entsprechender Qualifikation abhängig zu machen: „Dieser Sanktionsmechanismus, den die Verleger einbauen wollen, unterstellt, dass sich die Kolleginnen und Kollegen nicht weiterbilden wollen. Dabei ist Weiterbildung Möglichkeit und Chance für noch bessere journalistische Arbeit. Es besteht dringender Bedarfan Qualifizierung, den wir konkret tarifvertraglich fassen wollen. Allerdings darf es hier keine Abhängigkeit vom Gehaltsgefüge geben. Notwendig ist ein eigener Weiterbildungstarifvertrag, wie er auch in anderen Branchen Gang und gäbe und zeitgemäß ist“, forderte von Fintel.

Die dju in ver.di fordert eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um 4,5 Prozent, mindestens aber um 200 Euro sowie eine einjährige Laufzeit des zum Ende 2017 gekündigten Gehaltstarifvertrags. Die Verhandlungen werden am 9.April 2018 in Berlin fortgesetzt.