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Kritische Blicke auf die SWMH

BILD-Druckauftrag endet nach 58 Jahren – Steht der Druckstandort Esslingen nun vor dem Aus?

sverdimh, · Kategorien: Allgemein

Schlechte Nachrichten gab es für die Beschäftigten von Bechtle Verlag&Druck (Esslinger Zeitung) am Montag, 14. Juni 2021, bei einer Abteilungsversammlung: die Leitung des zum Medienkonzern SWMH gehörenden Unternehmens informierte die Belegschaft der Bereiche Druck und Versand darüber, dass der Axel-Springer-Konzern seinen Druckauftrag für BILD und Bild am Sonntagüberraschend zum Jahresende 2021 auslaufen lässt. Von dieser Entscheidung betroffen sind rund ca. 60 Beschäftigte in Esslingen, wo die beiden Springer-Zeitungen seit Jahrzehnten gedruckt wurden. Damit verliert der Druckstandort Esslingen ein Alleinstellungsmerkmal (Druck im Rheinischen und im Nordischen Format). Betriebsrat und ver.di befürchten, dass durch den Wegfall der BILD auch die Druckaufträge der verlagseigenen Zeitungen und Wochenblätter, vorweg die Esslinger Zeitung, gefährdet sind. Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) könnte versucht sein, diese Druckaufträge ins Pressehaus Stuttgart Druck (PHD) zu verlagern. MHS-Geschäftsführer Herbert Dachs ließ schon mal verlauten, „dass dies ein weiteres Argument ist, den Druckstandort Esslingen nicht zu halten“. Entsprechende Planungen sind auch Teil des „Druck-Strategie-Projektes“, in dessen Rahmen die Betriebsräte und Gewerkschaft ohnehin die Schließung eines oder gar beider Druckstandorte (Esslingen und Stuttgart-Möhringen) befürchten.
Betriebsbedingte Kündigungen sollen ab Oktober 2021 ausgesprochen werden. Daher fordert der Esslinger Betriebsrat jetzt von Geschäftsführer Andreas Heinkel die umgehende Aufnahme von Verhandlungen für eine sozialverträgliche Gestaltung des Personalabbaus und eine Verlängerung des dort laufenden Abfindungs-Programms für das freiwillige Ausscheiden von Beschäftigten. Doch die Medienholding Süd um Personalleiterin Daniella Fornell scheint da nicht mitspielen zu wollen: Fornell kündigte erstmal „eine Prüfung an, ob das Abfindungsprogramm überhaupt Gültigkeit hat“.

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